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[Zen] mashUp






Pechrabenschwarze Nacht

Tokusan war ein großer Kenner des Diamant-Sutra. Als er hörte, daß es so etwas wie Zen gäbe, eine Lehre, die alle geschriebenen Dinge verwerfe und unmittelbar von des Menschen Seele Besitz ergreife, ging er zu Ryutan, um sich in der Lehre unterrichten zu lassen. Eines Tages saß Tokusan draußen und versuchte, das Geheimnis des Zen zu durchdringen.
Ryutan sagte: «Warum kommst du nicht herein?»
Tokusan erwiderte: «Es ist pechrabenschwarze Nacht.»
Ryütan zündete eine Kerze an und reichte sie ihm hinaus.
Im Augenblick, als Tokusan sie ergreifen wollte, blies plötzlich Ryutan das Licht aus, worauf der Geist des Tokusan sich öffnete.

Nein. Nicht bloß mit dem Kopf nachdenken! Denkt mit brennendem Herzen, mit dem ganzen Körper.
(Nakagawa Roshi)

Achtsamkeit

Das Erwachen eines inneren Sinnes

Wir zaudern, wir zweifeln, wir werden unruhig und erregt, weil wir nicht wissen, wie wir diesen scheinbar unübersteiglichen Wall durchbrechen sollen. Wenn dieser Höhepunkt erreicht ist, wirft sich unsere ganze Persönlichkeit, unser ganzer Wille und unsere tiefste Natur, entschlossen einen Ausweg zu suchen, ohne weitere Erwägungen zwischen Selbst und Nichtselbst, zwischen Dies und Das, unmittelbar gegen den Eisenwall des Koan. Dieses Anrennen unseres tiefsten Wesens gegen das Koan öffnet unerwartet einen bisher unerkannten Bezirk des Geistes. Intellektuell bedeutet dies die Überschreitung der Grenzen des logischen Dualismus, aber gleichzeitig ist es eine Wiedergeburt, das Erwachen eines inneren Sinnes, der uns befähigt, in das tatsächliche Zusammenwirken alles Geschehens zu schauen. Zum erstenmal wird der Sinn des Koan klar, und zwar geradeso, wie man weiß, daß Eis kalt und gefroren ist. Das Auge sieht, das Ohr hört, gewiß, aber der Geist als Ganzes besitzt Satori. Zweifellos ist auch das ein Wahrnehmungsvorgang, aber eine Wahrnehmung höchster Ordnung.
(D.T. Suzuki: Die große Befreiung)





 In einem klaren Herzen sind
Freud und Leid gleich.
Kein Berg verdeckt den Mond.

Herzzeit 2.0 - Ein Koan für zwei Orchester

Paul Celan: Das Gedicht ist einsam. Es ist einsam und unterwegs.

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